Das Bahnhofsgebäude

Gemeinsam ist allen Bahnhöfen im Kylltal die Verblendung mit Rotsandsteinquadern (die Gebäudeecken meist rustiziert) und die Dominanz gotisierender Architekturelemente (Türen, Fenster, Giebel, Erker, etc.), teilweise gemischt mit solchen der deutschen Renaissance.

Die malerisch asymmetrische Gruppierung von Vor- und Anbauten besonders bei den größeren Gebäuden, einzelne Fachwerkpartien und die zum Teil weit überstehenden Dächer betonen den ländlichen Charakter der Bahnstrecke, wenngleich die Formensprache kaum Reminiszenzen an die ortsübliche Bauweise zeigt. Offenbar lieferte der Kölner Architekt und Stadtbaumeister Julius Raschdorff der Rheinischen Eisenbaugesellschaft einige Musterentwürfe für Empfangsgebäude, deren Motive von den ausführenden Baumeistern jeweils neu kombiniert und den speziellen Gegebenheiten angepaßt wurden.
Das eineinhalbgeschossige Empfangsgebäude des Auwer Bahnhofs wird in der Dachzone von einem zwerchhausartigen, etwas höheren Querbau gekreuzt. Weit überstehende Krüppelwalmdächer, die Giebeldreiecke verbrettert.
Das kleine, südlich gelegene Nebengebäude (Schuppen, Toiletten) übernimmt vom Empfangsgebäude die Dachausbildung; der offene Dachreiter diente zur Grubenentlüftung der Toilette.

Nach der Schließung des Auwer Bahnhofs im Jahre 1982 stand dieser zum Verkauf an. Das Gebäude wechselte zweimal den Besitzer, doch keiner dieser Eigentümer renovierte den Bau. Im Jahre 1994 erwarben Gabi und Rolf Driesen den Bahnhof. Und nach einer Entkernung und gründlicher Restauration von 1996 bis 1999 erstrahlte das Gebäude in neuem Glanz.
Auch das ehemalige "Klo" wurde zum Wohnraum umfunktioniert. Wie man im nebenstehenden Bild sehen kann, war auch dieses Gebäude in einem sehr schlechten Zustand. In dem kleinen Häuschen wurde eine sehr hübsche Ein-Mann-Wohnung eingerichtet.